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Krise wird spürbar – Kommentar von Jens Anker


BERLINER MORGENPOST

Berlin (ots)

Die Chefin der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen brachte es auf den Punkt: „Sturmtief voraus“, sagte Maren Kern bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Dabei ging es aber weniger um eine Bilanz des vergangenen Jahres, sondern um den sorgenvollen Blick in die Zukunft.

Explodierende Energiekosten, gestörte Lieferketten, steigende Zinsen und fehlende Facharbeiter trüben die Aussichten für die Wohnungswirtschaft. Die Neubaupläne, sowohl des Senates. als auch der Privaten werden sich nicht halten lassen. Zu viele Unwägbarkeiten machen Planungen unmöglich.

Wie lange wird der russische Angriffskrieg auf die Ukraine noch dauern, wie schlimm wird der Winter und welche sozialen Spannungen werden sich daraus ergeben, dass Mieter enorme Nachzahlungen leisten müssen? Welche Hilfen stellen Land und Bund zur Verfügung und wie lange lassen sich solche Unterstützungsleistungen durchhalten?

Auf all diese Fragen gibt es derzeit keine zufriedenstellenden Antworten, daher konzentriert sich auch die Wohnungswirtschaft darauf, die eigenen sieben Sachen beieinander zu halten – so gut es geht.

Neubauprojekte werden geschoben, falls sie sich noch in der Planungsphase befinden, höhere Abschlagszahlungen angeboten, damit die Mieter von der Nachzahlung nicht überfordert werden.

Schon jetzt zeichnet sich deutlich ab, dass die vom Abgeordnetenhaus beschlossenen 380 Millionen Euro für Härtefälle nicht ausreichen werden, um die anstehenden Probleme zu lösen. Es steht ein heißer Herbst an, der auch von der Landesregierung kluges Handeln erfordert. Der Senat sollte nicht warten, bis die Folgen spürbar werden, sondern jetzt.

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